Energiekosten
Stromverträge für 2027: Worauf Produktionsbetriebe bei der Verhandlung achten
Für einen metallverarbeitenden Betrieb mit zwei Schichten ist Strom schnell der drittgrößte Kostenblock. Trotzdem wird der Vertrag oft nur verlängert, statt ihn neu zu gestalten.
Von Marek Sanders, Redakteur Digitalisierung
· Lesezeit 5 Min.
Berichtet über Automatisierung, IT-Sicherheit und den Einsatz von KI in Fachabteilungen.

Im Herbst schicken Versorger die Angebote für das kommende Lieferjahr. Wer erst im Dezember reagiert, hat kaum Spielraum. Einkaufsverantwortliche empfehlen, spätestens im Oktober mehrere Angebote auf Basis des tatsächlichen Lastgangs einzuholen.
Festpreis oder strukturierte Beschaffung
Der Festpreis bringt Planungssicherheit, enthält aber einen Risikoaufschlag. Bei der Tranchenbeschaffung kauft der Betrieb in mehreren Schritten ein und verteilt so das Preisrisiko. Das lohnt sich meist erst ab einem Verbrauch von einigen Gigawattstunden im Jahr und setzt voraus, dass jemand im Haus die Termine im Blick behält.
Lastspitzen kosten doppelt
Neben dem Arbeitspreis bestimmt die höchste gemessene Leistung die Netzentgelte. Schon das zeitversetzte Anfahren großer Verbraucher nach Schichtbeginn kann die Spitze deutlich senken. Ein Blick in die Viertelstundenwerte des Messstellenbetreibers zeigt, wo die Spitzen entstehen.
Das Wichtigste in Kürze
- Angebote für das Folgejahr spätestens im Oktober einholen
- Leistungsspitzen beeinflussen die Netzentgelte stark
- Tranchenbeschaffung lohnt sich meist erst bei höherem Jahresverbrauch
Häufige Fragen
- Wann sollte ein Betrieb seinen Stromvertrag neu verhandeln?
- Idealerweise drei Monate vor Vertragsende, bei Lieferjahr ab Januar also im September oder Oktober.
- Wie senkt man Lastspitzen ohne Investitionen?
- Durch gestaffeltes Einschalten großer Maschinen, abgestimmte Pausenzeiten und das Verschieben energieintensiver Prozesse.
Über den Autor

Marek Sanders
Redakteur Digitalisierung, Berlin, in der Redaktion seit 2018
Marek Sanders begleitet seit 2018 Digitalisierungsprojekte in Industrie und Handwerk. Er hat Wirtschaftsinformatik in Dresden studiert und zuvor als IT-Berater ERP-Einführungen in Familienunternehmen betreut.
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