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Liquidität

Liquidität zum Jahresende: So kommen Betriebe sicher durch das vierte Quartal

Das vierte Quartal ist für viele Mittelständler umsatzstark und trotzdem knapp an Geld. Der Grund liegt selten in der Auftragslage, sondern im Timing der Zahlungen.

Porträt von Dr. Katrin Vogel

Von Dr. Katrin Vogel, Ressortleitung Finanzen

· Lesezeit 5 Min.

Schreibt seit 18 Jahren über Unternehmensfinanzierung, Bankenaufsicht und Geldpolitik.

Geschäftsführer und Finanzleiterin besprechen eine Liquiditätsplanung am Besprechungstisch
Geschäftsführer und Finanzleiterin besprechen eine Liquiditätsplanung am Besprechungstisch

Im November und Dezember fallen in vielen Betrieben mehrere große Abflüsse zusammen: Sonderzahlungen an die Belegschaft, die Umsatzsteuer Sondervorauszahlung für die Dauerfristverlängerung im Folgejahr, Einkaufsspitzen für das Frühjahr und Versicherungsbeiträge. Gleichzeitig zahlen Kunden zum Jahresende oft später, weil sie ihre eigene Liquidität schonen.

Dreizehn Wochen statt zwölf Monate

Für den kurzfristigen Blick eignet sich eine Wochenplanung über dreizehn Wochen besser als die Jahresplanung. Sie zeigt, in welcher Kalenderwoche der Kontostand unter eine Schwelle fällt. Jede Woche wird die Planung mit den tatsächlichen Zahlen abgeglichen und um eine Woche verlängert.

Hebel, die schnell wirken

Offene Forderungen konsequent nachhalten, Abschlagsrechnungen bei laufenden Projekten stellen und Skonto nur dort ziehen, wo genug Luft ist. Mit der Hausbank sollte ein Gespräch über den Kontokorrentrahmen vor dem Engpass stattfinden, nicht währenddessen. Banken reagieren deutlich offener, wenn eine nachvollziehbare Planung auf dem Tisch liegt.

Das Wichtigste in Kürze

  • Rollierende 13 Wochen Planung zeigt Engpässe frühzeitig
  • Größte Abflüsse im vierten Quartal: Sonderzahlungen, Steuern, Einkauf
  • Gespräch über Kreditlinien vor dem Engpass führen

Häufige Fragen

Wie oft sollte die Liquiditätsplanung aktualisiert werden?
Im vierten Quartal wöchentlich. Ein fester Termin, etwa montags, sorgt dafür, dass Abweichungen früh auffallen.
Welche Unterlagen erwartet die Bank bei einer Anfrage zur Kreditlinie?
In der Regel die aktuelle betriebswirtschaftliche Auswertung, eine Liquiditätsplanung und eine Übersicht der offenen Posten.

Über den Autor

Porträt von Dr. Katrin Vogel

Dr. Katrin Vogel

Ressortleitung Finanzen, Frankfurt am Main, in der Redaktion seit 2016

Katrin Vogel leitet das Ressort Finanzen bei Mittelstands-Fokus. Sie hat Volkswirtschaftslehre in Mannheim studiert und zur Kreditvergabe regionaler Banken promoviert.

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